
Was ist Laserbeschriftung (und was nicht)
Laserbeschriftung (auch Lasermarkierung) bezeichnet das dauerhafte Kennzeichnen eines Materials mit Hilfe eines gebündelten Laserstrahls. Anders als beim Drucken wird keine Tinte aufgetragen, und im Gegensatz zum mechanischen Gravieren berührt kein Werkzeug das Werkstück – die Markierung entsteht berührungslos durch Hitzeeinwirkung. Je nach Einstellung verändert der Laser die Oberfläche nur farblich oder trägt Material ab. Laserbeschriftungen sind dadurch in der Regel permanent, abriebfest sowie hitze- und säurebeständig.
Wichtig ist, zwischen verschiedenen Laser-Verfahren zu unterscheiden, da oft von “Gravieren” die Rede ist, aber nicht jede Laserbeschriftung eine Gravur ist. Im Wesentlichen gibt es vier Verfahren:
Lasergravur: Der Laser verdampft bzw. schmilzt Material und trägt es ab, wodurch eine Vertiefung entsteht. Diese Gravur hat fühlbare Tiefe und ist sehr dauerhaft, da sie auch bei mechanischem Abrieb lesbar bleibt. Allerdings fehlt bei Metallen ohne Nachbehandlung oft der Farbkontrast, da die gravierte Vertiefung die gleiche Farbe hat wie das Grundmaterial.
Anlassbeschriftung (Ausglühen): Hier wird z.B. Stahl oder Titan mit dem Laser nur erhitzt, nicht abgetragen. Durch die Wärme entsteht unter der Oberfläche eine dünne Oxidschicht, die einen Farbumschlag (typischerweise schwarz) auf der Metalloberfläche erzeugt. Es entsteht also eine dunkle Markierung ohne Materialabtrag. Vorteil: Die Oberfläche bleibt unversehrt, die Markierung ist korrosionsbeständig (wichtig z.B. in Medizintechnik) und sehr kontrastreich. Dieses Verfahren ist eine Form der Laserbeschriftung, keine Gravur.
Abtragen: Bei beschichteten Materialien (z.B. eloxiertes Aluminium, lackierte Metalle, Folien) kann der Laser die obere Deckschicht abtragen, sodass die andersfarbige Grundschicht sichtbar wird. Dadurch entsteht ein klarer Kontrast, ohne dass das Grundmaterial tief graviert werden muss. Dieses Verfahren nennt man auch Laserablation. Ein Beispiel ist das Abtragen der schwarzen Eloxalschicht von Aluminium, um helle Schrift (das blanke Alu) sichtbar zu machen.
(Laser-)Markieren / Verfärben: Im engeren Sinne versteht man darunter das Oberflächenverändern ohne nennenswerte Tiefe. Bei Kunststoffen führt die Hitze oft zu Verfärbung durch chemische Veränderung des Materials – z.B. Verkohlung von hellen Kunststoffen zu einer dunklen Markierung. Bei Metallen wird der Begriff Markieren oft als Oberbegriff für alle Laserkennzeichnungen genutzt, aber strikt genommen zählt dazu speziell die Anlassbeschriftung (Farbumschlag) und Verfahren wie Aufschäumen (bei Kunststoffen). Beim Aufschäumen schmilzt der Laser einen dunklen Kunststoff an, es bilden sich winzige Gasbläschen, die erstarren und das Licht diffus reflektieren – die Markierung erscheint dadurch heller als die Umgebung. All diese Methoden (Verfärben, Aufschäumen, Ausglühen, Abtragen, Gravieren) fallen unter Laserbeschriftung. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt vom Material und der gewünschten Beschriftungsqualität ab – jede hat besondere Vor- und Nachteile.
Fazit: Laserbeschriftung ist ein sehr vielseitiges Verfahren zur dauerhaften Kennzeichnung ohne Zusatzstoffe. Nicht dazu zählen beispielsweise Tintenstrahldruck (Inkjet) oder Labeldruck mit Laserprinzip (z.B. Laserdrucker für Papier), da dort der Laser nicht direkt das Werkstück markiert, sondern Toner verwendet. Laserbeschriftung im industriellen Sinne bedeutet immer: der Laserstrahl verändert das Bauteil selbst.
Welche Laserarten gibt es – Kurzentscheidung
Je nach Material kommen unterschiedliche Lasertypen zum Einsatz. Die gängigsten Beschriftungslaser sind Faserlaser, CO₂-Laser und UV-Laser, die sich vor allem in der Wellenlänge unterscheiden. Die Wellenlänge beeinflusst, wie das Material den Laserstrahl absorbiert, und damit ob eine Markierung möglich ist. Die folgende Tabelle gibt einen vereinfachten Überblick:
| Material | Geeigneter Laser | Hinweise |
|---|---|---|
| Metalle (Stahl, Aluminium, etc.) | Faserlaser (1064 nm) | Sehr gut absorbiert von Metallen, ermöglicht Gravuren oder Anlassbeschriftungen. CO₂-Laser dagegen werden von blankem Metall kaum absorbiert (für Stahl ungeeignet). UV-Laser können Metalle markieren, aber meist mit geringem Kontrast. |
| Kunststoffe (je nach Art) | Faserlaser, CO₂ oder UV | Dunkle Kunststoffe mit Additiven absorbieren Faserlaser (IR) gut – hier entstehen kontrastreiche Markierungen durch Farbumschlag oder Aufschäumen. Viele Standard-Kunststoffe lassen sich auch mit CO₂-Laser markieren, allerdings oft mit geringerem Kontrast und Aufschwellen der Oberfläche. UV-Laser (355 nm) bieten bei vielen Kunststoffen den höchsten Kontrast bei minimaler Wärmebelastung (schonendes “Kaltmarkieren”). Helle/klare Kunststoffe, die IR nicht absorbieren, können oft mit UV-Laser gut markiert werden. Die Eignung hängt jedoch stark vom Kunststoff (Zusammensetzung, Pigmente) ab – Vorversuche sind ratsam. |
| Organische Materialien (Holz, Papier, Leder) | CO₂-Laser (10.6 µm) | CO₂-Laser werden von organischen Materialien hervorragend absorbiert und brennen die Oberfläche an. Ergebnis sind dunkle, kontrastreiche Markierungen (z.B. braun/schwarz auf Holz oder Papier) ähnlich einer Gravur. Faserlaser (IR) eignen sich hier kaum, da viele organische Materialien kurzwelliges IR nicht gut absorbieren und die Markierung eher unansehnlich verbrannt wirkt. |
| Spezialfälle (Glas, Keramik, etc.) | UV-Laser, CO₂-Laser | Glas und Keramik absorbieren CO₂-Laserlicht teilweise und können damit graviert oder mattiert werden. UV-Laser eignen sich ebenfalls, da die hohe Photonenergie Mikrostrukturen erzeugen kann, oft mit weniger Rissen. Für präzise Markierungen auf empfindlichen Materialien (Elektronik, med. Produkte) wird gern der UV-Laser eingesetzt. Allerdings sind UV-Laser teurer und langsamer; ihre Stärke spielt vor allem bei speziellen Anforderungen (feine Details, keine thermische Schädigung) eine Rolle. |
Hinweis: Neben der Wellenlänge unterscheiden sich Laser auch in der Impulstechnik (cw, ns-, ps- oder fs-Pulse) sowie der Leistung. Zum Beispiel können MOPA-Faserlaser die Pulsdauer variieren, um auf Metallen heller oder dunkler zu markieren, oder Ultrakurzpulslaser erlauben Schwarzmarkierungen ohne Wärmeeinfluss. Solche Feinheiten gehen über den Kurzüberblick hinaus, sind aber relevant, wenn es um besondere Qualitätsanforderungen geht.
Typische Anwendungen
Laserbeschriftung ist in der Industrie weit verbreitet, insbesondere in der Nachverfolgbarkeit und Produktkennzeichnung. Hier einige typische Anwendungen:
Typenschilder (Maschinenschilder): Laser eignet sich hervorragend, um Metallschilder oder selbstklebende Etiketten dauerhaft mit Daten zu versehen (z.B. Seriennummern, Leistung, Herstellerinfo). Im Gegensatz zu bedruckten Schildern sind laserbeschriftete Typenschilder kontakt- und verschleissfrei herstellbar, ohne Verbrauchsmaterialien. Häufig bestehen sie aus eloxiertem Aluminium oder Kunststoff, die der Laser in Sekundenschnelle beschriften kann.
Seriennummern und ID-Codes: Jedes Teil in der Produktion kann per Laser mit einer einmaligen Seriennummer oder einem Identifikationscode (z.B. Barcode, QR-Code) gekennzeichnet werden. Da Laserbeschriftungen präzise und automatisierbar sind, lassen sich selbst kleinste Codes auftragen (im Millimeterbereich) und maschinenlesbar anbringen. Die Markierung bleibt unveränderlich und erlaubt die lückenlose Rückverfolgung über den Lebenszyklus eines Produkts.
DataMatrix-Code (2D-Code): Der DataMatrix ist ein zweidimensionaler Code, der viele Informationen auf kleinstem Raum speichern kann. Laserbeschriftung ist eine bevorzugte Methode, um DataMatrix-Codes direkt auf Bauteile aufzubringen – beispielsweise auf elektronische Komponenten oder Maschinenbauteile. Durch den hohen Kontrast lassen sich selbst winzige DataMatrix-Codes zuverlässig von Kameras lesen. In sicherheitskritischen Bereichen (Luftfahrt, Automotive) werden solche DPM-Codes (Direct Part Marking) oft per Laser erzeugt, da sie extrem robust gegenüber Verschleiss sind.
Frontplatten und Skalen: Bedienfelder aus eloxiertem Aluminium oder lackiertem Kunststoff (z.B. Frontplatten von Geräten, Skalen an Messinstrumenten) werden häufig mit dem Laser beschriftet. Hier kommt oft das Abtragen zum Einsatz – z.B. Entfernung einer Lackschicht, sodass kontrastreich die untere Schicht sichtbar wird. Laserbeschriftung gewährleistet gestochen scharfe Texte und Symbole auf Frontplatten, ohne das Bauteil mechanisch zu belasten. Die Ergebnisse sind dauerhaft und präzise, was bei Skalen teilungsgenau wichtig ist.
Medizintechnik (UDI-Codes): In der Medizinbranche müssen Instrumente und Implantate gemäss MDR eine UDI-Kennzeichnung (Unique Device Identification) tragen – einen Code zur eindeutigen Rückverfolgung. Laserbeschriftung ist dafür das Mittel der Wahl, da sie dauerhafte, biokompatible und normgerechte Markierungen ermöglicht. Beispielsweise werden chirurgische Edelstahl-Instrumente mit einem DataMatrix-UDI-Code laserbeschriftet. Die Markierung (oft per Schwarzmarkierung) bleibt selbst nach hunderten Reinigungs-, Sterilisations- und Passivierungszyklen klar lesbar. Auch Kunststoffgehäuse von Medizinprodukten können via UV-Laser mit UDI-Codes versehen werden. Diese Anwendung zeigt die Stärke der Laserbeschriftung in puncto Lesbarkeit und Haltbarkeit unter extremen Bedingungen.
(Daneben gibt es natürlich viele weitere Anwendungen: vom personalisierten Werbegeschenk bis zur Loskennzeichnung in der Lebensmittelverpackung. Fokus hier ist die industrielle Beschriftung in der Schweiz, wo vor allem Metall- und Kunststoffteile in Maschinenbau, Elektronik, Medizin etc. markiert werden.)
Lesbarkeit & Haltbarkeit – die 4 Hebel
Eine Laserkennzeichnung nützt wenig, wenn sie nicht gut lesbar ist oder im Einsatz verblasst. Vier Hauptfaktoren bestimmen Lesbarkeit (für Mensch oder Maschine) und Haltbarkeit der Markierung:
Kontrast: Der optische Hell-Dunkel-Unterschied zwischen Markierung und Hintergrund ist entscheidend für die Lesbarkeit. Hoher Kontrast – etwa tiefschwarze Markierung auf blankem Metall oder weisse Markierung auf schwarzem Kunststoff – lässt sich aus jedem Winkel gut erkennen. Laser können durch geeignete Parameter sehr kontrastreiche Effekte erzielen, z.B. Schwarzmarkierung auf Edelstahl (ultrakurze Pulse erzeugen eine matte, tiefschwarze Oberfläche). Je höher der Kontrast und je matter die Markierung (keine Spiegelungen), desto schneller und sicherer können z.B. Kameras einen Code lesen. Bei ungünstigem Kontrast (z.B. nur leichte Gravur auf poliertem Metall ohne Farbunterschied) ist die Markierung schwer zu entziffern. Der Kontrast lässt sich steuern über Wahl des Verfahrens: Farbumschlag erzeugt oft den besten Kontrast (z.B. dunkel oxidierte Schrift), während reine Gravur ohne Oxidation weniger auffällt.
Tiefe / Topografie: Die Gravurtiefe bzw. das Profil der Markierung beeinflusst vor allem die Beständigkeit gegen Abnutzung. Eine tiefe Lasergravur bleibt selbst dann lesbar, wenn die Oberfläche Abrieb oder mechanischem Verschleiss ausgesetzt ist. Wenn ein Produkt z.B. später gestrahlt, beschichtet oder hohem Verschleiss ausgesetzt wird, empfiehlt sich eine Tiefengravur, um eine langlebige Kennzeichnung sicherzustellen. Flache Markierungen (z.B. Anlassbeschriftung ohne Abtrag) haben keinen Tasterand, bieten dafür aber keinerlei Vertiefung – sie können unter starker mechanischer Einwirkung verschwinden wenn der Oberflächenfilm beschädigt wird. In vielen Fällen reicht jedoch bereits eine geringe Vertiefung aus, um die Markierung tast- und sichtbar zu halten. Wichtig ist auch die Kontur-Schärfe: Eine sauber abgebildete Geometrie (klarer Rand, keine Schmelzspritzer) verbessert die Lesbarkeit (insbesondere von Codes).
Oberfläche des Werkstücks: Die Beschaffenheit der Grundoberfläche hat grossen Einfluss. Auf polierten oder spiegelnden Flächen können Laserbeschriftungen mit niedrigem Kontrast schwer erkennbar sein, während auf matten oder gebeizten Oberflächen die gleiche Markierung besser auffällt. Gegebenenfalls muss man das Material vorbehandeln (entfetten, oxidieren) oder das Markierverfahren anpassen. Beispielsweise ergibt eine Weissgravur (sehr flache Gravur, die eine helle Oxidschicht erzeugt) auf dunklem, gehärtetem Stahl einen hohen Kontrast, der auf glänzendem Stahl sonst fehlen würde. Auch die Geometrie spielt hinein: Auf einer gekrümmten Oberfläche verzerrt sich ein 2D-Code optisch – hier muss der Laser eventuell mit dynamischer Fokussierung arbeiten, um gleichmässig zu markieren. Faustregel: Eine homogene, nicht reflektierende Oberfläche und korrekt fokussierter Laserstrahl sind Voraussetzungen für scharfe, kontrastreiche und dauerhafte Kennzeichnungen.
Reinigung & Umweltbedingungen: Im industriellen Einsatz muss eine Markierung oft schwierigen Bedingungen standhalten. Chemikalien, hohe Temperaturen, Feuchtigkeit, Reibung oder UV-Strahlung können die Lesbarkeit beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Laserkennzeichnungen sind in der Regel sehr beständig – z.B. abrieb-, hitze- und säurefest auf Metall. Dennoch sollte man das spezifische Umfeld berücksichtigen. Muss die Markierung z.B. nachträgliche Prozesse überstehen (Härtebehandlung, Galvanik)? Sie sollte auch danach eindeutig lesbar bleiben. Wird ein Teil regelmässig gereinigt oder sterilisiert, darf die Beschriftung weder verblassen noch unter Korrosion leiden. Hier kommt es auf das richtige Verfahren an: Eine Anlassbeschriftung in Edelstahl ist etwa korrosionsbeständiger als eine tiefe Gravur, weil die Passivschicht intakt bleibt. In kritischen Fällen (Medizin, Lebensmittel) werden Laserparameter optimiert oder Speziallaser (z.B. Ultrakurzpuls) eingesetzt, um Markierungen zu erzeugen, die auch nach etlichen Reinigungs- und Passivierungszyklen noch kontrastreich und normgerecht sind. Kurz: Umfeldbedingungen definieren die Anforderungen – je extremer diese sind, desto mehr muss die Laserbeschriftung in Tiefe, Kontrast und Verfahren darauf abgestimmt werden.
Daten für eine gute Offerte (Checkliste)
Wer Laserbeschriftung extern einkauft, sollte dem Dienstleister möglichst präzise Angaben machen. So kann dieser die Machbarkeit prüfen und ein passendes Angebot erstellen. Checkliste – folgende Informationen sind hilfreich:
Markierinhalte / Datei: Was soll gelasert werden? Liegen Logos, Texte oder Codes als Datei vor? Optimal sind Vektordaten (z.B. DXF, EPS, AI) oder zumindest eine klare Zeichnung/PDF. Inhaltlich: z.B. „Logo + Seriennummer als DataMatrix-Code“. Je mehr Details (Schriftart, Grösse, Code-Typ), desto besser kann der Auftragnehmer einschätzen, was gemacht werden muss.
Material des Teils: Angaben zum Werkstoff und ggf. zur Oberflächenbeschaffenheit (z.B. „Edelstahl 1.4301, glasperlengestrahlt“ oder „ABS-Kunststoff, schwarz, matt“). Unterschiedliche Materialien erfordern evtl. unterschiedliche Laser (siehe oben) – diese Info ist entscheidend. Falls das Teil beschichtet oder eloxiert ist, auch das angeben. Wichtig ist auch die Geometrie: flach, zylindrisch, uneben? (Beispiel: „Alu-Gehäuse 100×50×20 mm, lackiert, Markierung auf gewölbter Seite”.)
Stückzahl und Losgrössen: Wie viele Teile sollen beschriftet werden – Einzelstück, Kleinserie, Grossserie? Die Anzahl beeinflusst den Preis pro Stück erheblich. Auch relevant: Wird dies ein einmaliger Auftrag oder wiederkehrende Serien? (Eine Jahresmenge oder Losgrösse anzugeben, hilft bei der Angebotsgestaltung.)
Position und Grösse der Markierung: Wo auf dem Bauteil soll die Kennzeichnung angebracht werden und wie gross/flächig ist sie? Z.B. „auf der Frontplatte unten rechts, Beschriftungsfeld ca. 20×30 mm”. Am besten ist es, technische Zeichnungen oder Fotos mit Markierposition mitzuliefern. So kann der Dienstleister beurteilen, ob die Stelle zugänglich ist, ob eine Vorrichtung nötig ist und welcher Aufwand entsteht.
Qualitätskriterien: Welche Anforderungen werden an die Markierung gestellt? Hier geht es um Lesbarkeit, Tiefe, Kontrast oder Normen für Codes. Beispiele: „DataMatrix-Code muss mit Code-Leser Grade B nach ISO/IEC 29158 erreichen” oder „Logo soll aus 1 m Entfernung für das Auge gut sichtbar sein”. Wenn optische Kriterien (Farbe, Reflexionsgrad) wichtig sind, auch angeben. Ebenso ob bestimmte Toleranzen gelten (z.B. maximale Gravurtiefe, keine Schmelzverbrennungen ausserhalb Markierbereichs etc.). Solche Vorgaben ermöglichen es, gleich das richtige Verfahren zu wählen.
Normen / Code-Vorgaben: Falls die Beschriftung Teil einer Vorschrift ist (CE-Kennzeichnung, UDI-Code, Herstellerlogo gemäss Norm XYZ), sollte das erwähnt werden. Der Dienstleister kann dann sicherstellen, dass z.B. Schriftgrössen, Symbolik oder Code-Inhalte normgerecht sind. Auch Zertifikate (z.B. Materialzertifikate oder FDA-Konformität der Markierung) könnten relevant sein. Kurzum: alle externen Anforderungen dokumentieren.
Diese Informationen reichen in der Regel, um ein schnelles Angebot erstellen zu können – meist genügen Material, Stückzahl, Masse und Inhalt, idealerweise mit einer Zeichnung. Der Laser-Dienstleister prüft dann Machbarkeit (Testmarkierungen) und meldet sich bei Rückfragen.
Tipp: Bitten Sie bei wichtigen Projekten ggf. um ein Muster oder beziehen Sie den Markierdienst frühzeitig ein. So lassen sich Optimierungen vornehmen (bessere Kontrastmittel, geeignetere Materialien oder Designs), bevor die Serie läuft.
Nächste Schritte
Sie haben nun einen Überblick – wie geht es weiter? Je nach Interesse können folgende Vertiefungen hilfreich sein:
Materialien: Detaillierte Infos, welcher Laser bei welchem Material die besten Ergebnisse liefert (z.B. Stahl vs. Kunststoff im Detail, behandelt/unbehandelt usw.).
Verfahren: Übersicht der Laser-Beschriftungsverfahren (Gravur, Anlass, Abtrag, Aufschäumen, etc.) mit Vorteilen, Nachteilen und Beispielen.
Normen & Vorschriften: Leitfaden zur Kennzeichnungspflicht (CE-Kennzeichnung, UDI in Medizintechnik, Seriennummern nach Branchenstandard). Was muss man beachten, damit Laserbeschriftungen regelkonform sind?
Design & Vorbereitung: Tipps zur optimale Gestaltung von Markierungen – z.B. geeignete Schriftarten und -grössen für Laser, Kontrastoptimierung, Platzierung auf Bauteilen, Dateiformate und Toleranzen in Zeichnungen.
Kostenfaktoren: Durchblick bei Kosten der Laserbeschriftung – wie setzen sich Preise zusammen (Rüstzeit, Stückzahl, Material), wann lohnt sich ein eigenes Lasergerät, wann Lohnbeschriftung?
Fehlerbilder: Häufige Probleme bei Laserbeschriftungen und wie man sie vermeidet – z.B. schlecht lesbare Codes, Verfärbungen, Hitzerisse in Glas – mit Troubleshooting-Ansätzen.
Diese weiterführenden Themen helfen, vom Schnellüberblick in die Tiefe zu gehen. Nutzen Sie sie, um fundierte Entscheidungen für Ihr Projekt zu treffen oder die richtigen Fragen an einen Anbieter zu stellen.
Anbieter finden: Suchen Sie einen Dienstleister für Laserbeschriftung in der Schweiz? Schauen Sie in unser Verzeichnis der Laserbeschrifter, um passende Anbieter in Ihrer Nähe zu finden.
Business hinzufügen: Sie bieten selbst Laserbeschriftungs-Dienstleistungen an? Fügen Sie Ihr Unternehmen kostenlos unserem Portal hinzu, um von Kunden gefunden zu werden.
Glossar (Begriffe auf einen Blick):
Laserbeschriftung / Lasermarkierung: Überbegriff für alle Verfahren, bei denen ein Laserstrahl Materialien dauerhaft kennzeichnet – inkl. Gravur, Farbumschlag, Abtragen etc. (ohne Zusatzstoffe, kontaktlos, permanente Markierung).
Lasergravur: Beschriftung durch Materialabtrag mittels Laser. Hinterlässt eine Vertiefung (eingravierter Text/Code). Oft ohne Farbkontrast, aber sehr haltbar, da tiefer Einschnitt.
Anlassbeschriftung (Ausglühen): Markierungsverfahren auf Metall, bei dem durch Laser-Erhitzung eine Oxidschicht erzeugt wird. Führt zu dunkler Verfärbung (z.B. Schwarz) auf der Oberfläche ohne Vertiefung. Vorteil: hoher Kontrast, keine Schädigung der Oberfläche, korrosionsbeständig.
Abtragen (Ablation): Mit dem Laser wird eine Deckschicht (Lack, Eloxal, Folie) gezielt entfernt, sodass die andersfarbige Schicht darunter ein Schriftbild ergibt. Häufig bei beschichteten Teilen und Schildern eingesetzt, da sehr kontrastreich.
Aufschäumen: Spezielles Verfahren bei Kunststoffen. Der Laser schmilzt die Oberfläche kurz auf; beim Abkühlen bilden sich mikroskopische Gasbläschen im Material, die es aufhellen. Ergebnis: eine erhabene, hellere Markierung auf dunklem Kunststoff.
DataMatrix-Code: Zweidimensionaler Matrixcode (i.d.R. quadratisch), der aus schwarzen und weissen Modulen besteht. Kann viele Zeichen auf kleiner Fläche codieren und wird in Industrie für Markierungen verwendet (z.B. für Seriennummern). Vorteil: selbst bei teilweise beschädigtem Code noch auslesbar (Fehlerkorrektur). Laser können DataMatrix-Codes direkt ins Material einbringen – sogenanntes Direct Part Marking.
UDI (Unique Device Identification): Einheitliches Kennzeichnungssystem für Medizinprodukte. Ein UDI-Code (meist als DataMatrix) enthält eine weltweit einzigartige Identifikation für ein Produkt und muss dauerhaft auf dem Produkt oder der Verpackung angebracht sein (EU MDR und FDA-Vorgabe). Laserbeschriftung ermöglicht UDI-Codes, die sterilisationfest und biokompatibel sind, direkt auf Instrumenten und Implantaten.
Faserlaser: Festkörperlaser mit Wellenlänge ~1064 nm (Infrarot). Geeignet für Metalle und viele Kunststoffe. Erzeugt sehr feine Strahlen und hohe Energiedichten. Typisch für Beschriftungssysteme, da langlebig und wartungsarm. Kann hochkontrastreiche Markierungen v.a. auf Metall erzeugen.
CO₂-Laser: Gaslaser (CO₂ als Lasermedium) mit Wellenlänge 10,6 µm (Infrarot-Fernbereich). Hervorragend für organische und nichtmetallische Materialien (Holz, Papier, Kunststoff, Glas, Keramik) geeignet, da diese das Licht absorbieren. Für Metalle ungeeignet, da Metall das CO₂-Licht reflektiert (Ausnahme: beschichtete Metalle, wo der Lack absorbiert).
UV-Laser: Laser mit 355 nm Wellenlänge (UV-Bereich, häufig Nd:YAG mit Frequenzverdreifachung). Durch die kurze Wellenlänge sehr hoch absorbierbar in vielen Materialien. Markiert mit wenig Wärmewirkung (Cold Marking), daher ideal für empfindliche Kunststoffe, Elektronik, Halbleiter. Liefert auf vielen Kunststoffen exzellente Kontraste. Allerdings geringer Markierbereich und teurer als IR-Laser, daher für Spezialanwendungen vorbehalten.