
Mindest-Schriftgrössen (Praxis-Richtwerte)
Als Faustregel gilt: Für Lasergravuren sind Schriftgrade ab etwa 0,8–1,0 mm sinnvoll. Sehr feine Schriften können technisch kleiner ausfallen (Maschinen erreichen theoretisch bis zu ~0,25 mm), sind aber kaum mehr gut lesbar. Viele Anbieter empfehlen deshalb mindestens rund 2 mm Schrifthöhe für dauerhaft klare Lesbarkeit. Welcher Mindestwert sicher funktioniert, hängt stark von Material (Metall, Kunststoff, Holz, etc.) und Laserart (CO₂-, Faser- oder UV-Laser) ab. Dem Auftraggeber sollten Sie deshalb die verwendeten Schriftgrade nennen und im Zweifelsfall grösser wählen, statt an der Grenze zu arbeiten.
Linienbreiten & Abstände
Vermeiden Sie extrem feine Linien (“Haarlinien”). Eine Linienbreite von etwa 0,1–0,2 mm ist praxisüblich. Dünnere Linien können bei der Gravur lückenhaft werden oder verschwimmen. Auch beim Schraffieren von Flächen („Füllflächen durch Linien“) sollten die Linienabstände mindestens 0,2 mm betragen. Enge Linien und sehr dichte Schraffuren neigen dazu, sich beim Lasern zu verbinden oder unscharf zu wirken. Prüfen Sie in Ihrem Layout daher die Strichstärken und Abstände: Haarlinien (z.B. Linienstärke = „Haarlinie“ in Vektorgrafik-Programmen) immer auf einen festen Wert >0 übertragen.
Raster & Logos
Verwenden Sie für Logos und Symbole nach Möglichkeit Vektordateien (SVG, EPS, PDF, DXF, AI etc.). Pixelbilder (JPEG, PNG) können zwar mit hohem Kontrast graviert werden, unterliegen aber in der Lasersoftware meist einer Schwarz-Weiss-Dithering-Verarbeitung. Ideal ist eine Auflösung von 300–600 dpi für Graustufen-Vorlagen; Farbflächen wandeln Sie in Schwarz-Weiss um. Viele Dienstleister verlangen ausdrücklich Vektordaten und weisen darauf hin, dass Fotos oder Bitmap-Grafiken nicht einfach graviert, sondern nur gerastert werden können. Komplexe Vektoren (sehr feine Details, viele Knoten) sollten Sie vereinfachen bzw. glätten, damit geschlossene Pfade entstehen. 2D-Codes (DataMatrix, QR) behandeln Sie dabei wie Logos: Die Module müssen klar quadratisch stehen, genügend Kontrast und eine Ruhezone um den Code aufweisen, damit Scanner später sicher lesen können.
Positionierung auf dem Bauteil
Platzieren Sie die Beschriftung mittig auf einem ebenen Bauteilbereich. Halten Sie ausreichend Abstand zu allen Aussenkanten, Ecken oder Bohrungen ein – typischerweise mindestens 2 mm Randabstand. An scharfen Kanten oder engen Radien können sich Laserstrahl und Fokussierung ungünstig verhalten. Trotec weist zudem darauf hin, dass bei unebenen Oberflächen oft eine längere Brennweite gewählt wird, wodurch der Fokus toleranter wird. Das heisst: Bei deutlichen Wölbungen oder Rundungen kann es nötig sein, den Laser so einzustellen, dass ein grösserer Abstand oder eine geringere Auflösung verwendet wird. Berücksichtigen Sie beim Layout stets mögliche Toleranzen und Halterungen – lassen Sie Platz, dass der Laserarm nicht ankantet und das Material eben fixiert ist.
Dateiformate & Übergabe
Liefern Sie Ihre Grafik in einem vektorbasierten Format (AI, SVG, PDF, DXF, EPS etc.) an. Betten Sie keine Schriften ein, sondern wandeln Sie alle Textfelder in Kurven/Pfade um, damit es nicht zu fehlenden Fonts kommt. Benennen Sie Ebenen oder Farben sprechend, z.B. getrennt nach Gravur- und Schneidepfaden. Achten Sie darauf, dass Farbinformationen korrekt umgesetzt werden: Alles, was graviert werden soll, muss als Schwarzer Pfad oder geschlossene Fläche vorliegen; Transparenzen und Farbverläufe werden meist ignoriert. Kontrollieren Sie zuletzt die Skalierung – am besten in Millimetern – und entfernen Sie jegliche unsichtbaren oder überflüssigen Elemente. Eine gängige Praxis ist es auch, eine kleine Probekontur (z.B. Rechteck mit 1 cm Kantenlänge) in die Datei einzubauen, damit der Dienstleister sofort die Massstäblichkeit überprüfen kann.
Mini-Checkliste “Vor dem Senden”
Vektor statt Pixel: Datei in PDF/SVG/AI/DXF/eps etc. (bitte keine JPEG/PNG ohne Erlaubnis).
Schriften in Kurven: Alle Texte zu Pfaden konvertiert, keine Systemfonts nötig.
Linienstärke prüfen: Keine Haarlinien, Strichstärken ≥0,1 mm. (Schraffuren ≥0,2 mm Linienabstand).
Schriftgrösse prüfen: Schrift höhe ≥0,8 mm, besser 1–2 mm oder grösser, je nach Menge des Texts.
Randabstand: Mindestens ca. 2 mm Abstand zu allen Rändern/Kanten einplanen.
Ebene Fläche: Beschriftung nur auf ebenen Flächen oder sanften Krümmungen platzieren (bei Bohrungen/Fasen Extra-Abstand lassen).
Saubere Pfade: Keine überflüssigen oder doppelten Linien, Pfade schliessen, korrekt geschlossene Flächen für Füllungen.
Farbführung: Farbflächen in Vektoren umwandeln, Verwendung konsistenter Farb-Codes oder Ebenen für Gravur/Schnitt.
DPI & Raster: Nur Bitmap-Bilder einfügen, wenn nötig (Fotos 300–600 dpi); ansonsten Vektorgrafiken. Keine Bild-Hintergründe.
Dateien prüfen: Einheitliches Masssystem (z.B. mm), Layer richtig benannt, Datei noch einmal in Vorschau kontrollieren (optional mit entpackter Outline-Vorschau).
Gut: In diesem Beispiel ist die Schrift klar und ausreichend gross (ca. 2 mm) ausgeführt, und alle Linien sind ordentlich dick genug (~0,1–0,2 mm). Das Layout ist zentriert mit mindestens 2 mm Randabstand, die Pfade sind in Kurven umgewandelt und alle Farben wurden in Vektoren konvertiert. Das Ergebnis ist scharf und gut lesbar.
Schlecht: Hier ist die Schrift winzig (unter 1 mm) und dünn (teilweise Haarlinien), zudem liegen einige Linien sehr eng nebeneinander oder überlappen sich. Die Kante ist kaum 0,5 mm vom Bauteilrand entfernt, und Teile des Logos stammen aus einem Rasterbild. Solch ein Design führt oft zu verbogenen, brüchigen Gravuren und schlechtem Kontrast.